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Der Tower des Köln-Bonner Flughafens Man befand sich irgendwo in der Mitte zwischen dem katholisch-siamesischen Zentrum der Stadt und dem Siebengebirge. Es war ein flacher Ort und eine Art Ausflug oder ein Seminar (das wurde unterschiedlich betrachtet), bei dem sich Sucher, Finder und Experten über den Stand der Dinge austauschen und Neues erfahren konnten. [?] Der Organisator hatte seinem Namen alle Ehre gemacht und eine straffen Tagesplan erstellt, in dessen Zentrum der Besuch einer Besonderheit des Ortes, der eigentlich nur aus Besonderheiten bestand, vorgesehen war. Es ging um den “Tower”, einen lange bekannten Turm also, über den zu referieren Sucher und Finder nun vor der Gruppe der Teilnehmer standen und wie immer nicht recht wussten was denn nun zu sagen wäre. Der Sucher der gerade erst vom Mond wohin ihn eine Verwechslung oder ein Traum getragen hatte zurück gekehrt war - ein Vorgang der ihn, wie man sich denken kann einige Zeit und Mühe gekostet hat sowie diverse Abenteuer erleben lies, auf die er gern verzichte hätte, die aber immerhin interessante Geschichten zum erzählen ergaben über die jedoch ein anderes mal berichtet werden wird - er Sucher also, fand sich in einem hochneurotischen und alarmierten Zustand; sah er sich doch wider allen seinen gefestigten Grundsätzen erneut im Inneren eines als Turm bezeichneten Gebäudes das er nicht kannte. Hier stand er nun in einem gläsernen Raum, hoch oben an oder in einem Ort der umlauert wurde von Dingen die sich bewegten und pausenlos hinauf flogen und herunter kamen, hoffend das es ihm nicht ebenso ergehen würde. Einer, der sich auskannte, sprach in diesem Zusammenhang von Flugzeugen, und der Finder der sich nur mit Türmen auskannte sprach davon das dieser Turm dafür erbaut sei nach den Flugzeugen zu schauen und somit einer der wenigen Türme sei, von denen man nicht nur nach unten, sondern auch nach oben blicken könne. Ein Beobachtung deren Schärfe und Genauigkeit Gemurmel und verhaltenen Beifall auslöste. Der Sucher, dem ob dieser Leistung wie so oft die Worte fehlten, hatte eigentlich eher den Eindruck eines Wohnzimmers in dem man praktischerweise mehrerer Fernseher gleichzeitig hatte und somit unterschiedliche Programme schauen konnte. Und er fand auch ein Gruppe von Menschen die in bequemen Stühlen sitzend, statt aus dem Fenster auf diese Monitore schauten, und das zusehen in einer Sprache die er nicht verstand diskutierten. Vielleicht, so dachte er, war dies die Sprache der Apatschen. Gedankenverloren streichelt der Sucher mit der Innenseite seiner Hand über die sich zugleich weich wie hart anfühlende graue Auslageware und überlegte dabei wie es sich wohl anfühlen würde wenn es umgekehrt wäre und der Belag der sich hier zum Teil sogar and den Wänden befand über seine Hand streicheln würde, ein Gedanke, der nicht nur für professionelle Teppichhändler verlockend und sein könnte, jedoch nicht zu Ende gedacht wurde da er durch die aufmerksame Stille und die auf ihn gerichteten Blicke aus seinen Betrachtungen gerissen wurde. Anscheinend hatte man ihm eine Frage gestellt und erwartete nun begierig die Antwort. Der Finder jedenfalls hatte zu Ende gesprochen und sich ihm mit einem Blick zu gewand, der Zuspruch und Ermutigung oder fachkundiges Interesse für seine frisch gezupften Augenbrauen ausdrücken sollte. Er wusste, dass je nach der Natur der Frage, viel von seiner Antwort abhängen würde. Vielleicht Leben und Tod, sein Arbeitsplatz oder die Rente, vielleicht aber auch nur die Farbe der Arbeitskleidung oder die Wahl des Mittagessens. Guter Rat war teuer. Er überlegte kurz ob er mit „Grau“, „Salat“ oder „Nein, Danke“ antworten solle und verzögert den Moment einer möglichen Katastrophe ein wenig mit den Worten „Tja -- -- das ist schwer zusagen, und nicht leicht zu formulieren.“, um dann, da die Stille schon einmal durchbrochen war und des Finders zärtlicher Blick sich der Beschaffenheit des Bodenbelags zuwendete, das einzige zu sagen, was es zu sagen gab, nämlich die einzige und immer wahre Antwort die da lautet: „Ich weis es auch nicht.“ Ein Satz von bleierner Schwere. Die Stille zuvor, eher an den ruhigen und spannungsvollen Moment erinnernd als Old Shatterhand sich aus den Fängen des Häuptlings „Großer Mund“ befreite erinnerte nun viel mehr an jene wie es sie zum letzten mal am Grab von Klekih-Petra gab bevor der oder nachdem der große Intschu tschuna das Wort erhoben hatte. Doch plötzlich brach sich das Erstaunen und die Freude ob der unerwarteten und universellen Antwort bahn. Der Sucher wurde ergriffen und mit „Hoch-soll-er-leben!“ und “er-weiss-es-auch-nicht!” rufen auf den Schultern der tobenden Gemeinschaft aus dem Turm, über das Rollfeld und bis in das Siebengebirge getragen, wo im Wirtshaus zum Ochsen ein Tisch reserviert war. Jens Christian Brand Aufschreiber |
![]() ![]() Ein Finder und ein Sucher machen sich auf den Weg zu sieben Kölner Türmen. Neben den eigentlichen Orten suchen und finden sie Spuren des Absurden und entwerfen ganz nebenbei ein sehr persönliches Stadtbild. FrauenMediaTurm KölnTurm Hansa-Hochhaus Helenenturm Jahn-Turm Flughafentower BacksteinTurm ![]() |
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