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07.01.2009
Das Literaturmuseum der Moderne in Marbach
Im Jahr 2006 wurde das von David Chipperfield entworfene Gebäude eingeweiht. Es beherbergt die Moderne-Sammlung des deutschen Literaturarchivs. Dem auf der altehrwürdigen Schillerhöhe oberhalb des Neckars gelegenen Gebäude sind die Anleihen an antike Architektur deutlich anzusehen. Die Ausstellungsräume befinden sich im Bauch des Gebäudes, ohne Fenster, mit dunklem Holz getäfelt. Sie sind mit gläsernen Vitrinen gefüllt, in denen die Schriftstücke, Manuskripte und Zettel liegen. Eine wohltuend ruhige, unaufgeregte Ausstellung. Wer danach noch nicht genug hat, dem sei der nahegelegene Antipode, das bewegte, laute, auf seine Art ebenso beeindruckende Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart empfohlen.
Daniel Hubert


"Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder"
Eine Ausstellung zu den Büchern des Kinderbuchautors und Illustrators Jörg Müller im Duisburger Wilhelm Lehmbruck Museum wähle ich zu meiner liebsten Ausstellung im Jahr 2008. Sie zeigt die Bildtafeln Jörg Müllers, der die Verwandlung der Städte und Landschaften in Büchern wie „Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn" (1976) thematisiert. Ungeschönt schildert Müller in seinen eindrucksvollen Zeichnungen die Eingriffe in unsere Städte der sechziger und siebziger Jahre und nutzt das Medium Bilderbuch, um die Leser durch seine dokumentarische Bestandsaufnahme für das Thema "Stadt" zu sensibilisieren. Empfehlenswerte Lektüre zum Architekturstudium!
Stephanie Ludwig


Bauten und Projekte Peter Zumthors im Kunsthaus Bregenz
Anfang des Jahres wurden im Kunsthaus Bregenz Bauten und Projekte vom Architekten Peter Zumthor aus den Jahren 1986-2007 vorgestellt. Auf vier Ausstellungsebenen wurden seine Arbeiten in Form von Zeichnungen, Modellen, Videoinstallationen und Materialproben gezeigt. Der Betrachter hatte schon im Erdgeschoss die Möglichkeit durch das Eintauchen des Kopfes einen inneren Blick in eine Auswahl von großen Modellen zu gelangen. Unter anderem ins Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Im ganzen Haus war eine Vielfalt von Infomaterialien vorzufinden. Analysezeichnungen, Skizzen und Detailpläne gaben jedem Betrachter das Gefühl in Zumthors Welt einzutauchen.
Silja Schöttler


Exponate
Das Solistenensemble Kaleidoskop ist ein junges Berliner Kammerorchester, das bewusst klassische Konzertformen durchbricht, um sein Publikum mit ungewöhnlichen Auftritten zu begeistern. In diesem Sinne erarbeitet die französische Stadtplanerin und Künstlerin Aliénor Dauchez stets zusammen mit den Musikern neue räumliche Konzepte. Die Inszenierung Exponate wurde in einem Gewölbekeller irgendwo in Berlins Mitte aufgeführt, oder besser gesagt: ausgestellt. Die außergewöhnliche Darbietung kann man als ein atmosphärisches Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit, Stille und Klang bezeichnen, die die Symbiose zwischen Musiker und Instrument zum Objekt im Raum werden lässt. Die beste Ausstellung die ich je gesehen und gehört habe.
Inci Yilmaz


Ohne Wind wüssten die Wolken nicht wohin
Bis zum 8. März 2009 gibt es eine Auswahl von Illustrationen, Plastiken und Büchern Tomi Ungerers im Max-Ernst-Museum in Brühl zu sehen. Der gebürtige Elsässer sagt bescheiden, dass er lediglich die Aufgabe habe, zeichnerisch zu dokumentieren und kommentieren was er in der Welt beobachtet. Seine Werke bewegen sich in den Bereichen Erotik, Humor, Satire und Realismus. Mit seiner Eigenart eckte er schon häufig bei prüden Zeitgenossen an. Auch als Kinderbuchautor ist er umstritten, weil er Themen wie den Holocaust in seiner Härte darstellt. Ich bewundere seine Blickweise auf unsere Realität und empfehle die Ausstellung wärmstens weiter.
Scott Cameron


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Fotograf: Daniel Hubert








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©Sauerländer

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Fotograf: Silja Schöttler







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Das Solistenensemble Kaleidoskop
©Sonja Müller




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Plakatentwurf "Ohne Wind wüssten die Wolken nicht wohin"
©Tomi Ungerer

 

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